| : Prof. Dr. Helma Lutz: "Weltmarkt Haushaltsarbeit - ein blinder Fleck in der Gleichstellungspolitik" | |
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| Course title | |
| Type of course | Gender Lecture |
| Course title | Prof. Dr. Helma Lutz: "Weltmarkt Haushaltsarbeit - ein blinder Fleck in der Gleichstellungspolitik" |
| Time | |
| Commencement date | Monday, 09/02/2009 |
| Commencement time | 06:00 PM |
| ct | |
| End date | Monday, 09/02/2009 |
| End time | 08:00 PM |
| ct | |
| Details | |
| of interest to | academic, political, industry, administration, social, international |
| series | Gender Lectures Schwerpunktthema "Wert von Arbeiten" |
| programme / content |
„Der Privathaushalt ist heute der Beschäftigungssektor mit dem höchsten Anteil ungeschützter Arbeitsverhältnisse,“ stellen die Autorinnen und Autoren des Siebten Familienberichts fest, ohne jedoch auf diesen Aspekt näher einzugehen (BMFSFJ 2006, S.159). Während in Deutschland bislang groß angelegte Erhebungen zum Bedarf und der tatsächlichen Inanspruchnahme von Dienstleistungen im Haushalt fehlen, legen zahlreiche qualitative Untersuchungen nahe, dass die ungeschützten Arbeiten im Haushalt, Putzen, Waschen, Kochen, einkaufen, die Betreuung von Kindern und alten Menschen mittlerweile auch hierzulande ein umfangreiches Arbeitsfeld darstellen. Da es sich um einen Arbeitsmarkt in der Grauzone handelt, der schwer kontrollierbar und zudem im nicht-öffentlichen Bereich angesiedelt ist, scheint allgemein ein großes Unbehangen zu bestehen, diesen Bereich genauer zu untersuchen und/ oder hier politisch zu intervenieren. Deutlich ist jedoch, dass diese Arbeiten verstärkt von Migrantinnen erbracht werden, die für diese Beschäftigung mit wenigen Ausnahmen (Au Pairs etc.) weder eine Einreise noch eine Arbeitserlaubnis erhalten. Ich werde in diesem Vortrag anhand der ehemals wichtigen feministischen Forderung ‚Lohn für Hausarbeit’ zunächst auf die gesellschaftliche Schieflage in der Verteilung von Care-Arbeit eingehen und das asymmetrische Verhältnis zwischen der Entlohnung von Produktions- und Reproduktionsarbeit eingehen. Bis heute hat sich dieser Asymmetrie wenig verändert, selbst wenn man in Rechnung stellt, dass Dienstleistungsangebote etwa in der Pflege in den vergangenen 20 Jahren stark ausgeweitet und professionalisiert wurden. Doch die Professionalisierung, die in der Tat danach strebt, den ‚Wert von Arbeit’ am Menschen sichtbar zu machen und dementsprechende Bezahlung benötigt, scheint für viele Angehörige unbezahlbar zu sein und sie greifen zur Lösung, die der Weltmarkt bietet: die Arbeit wird an Migrantinnen aus Ost und Mitteleuropa, Lateinamerika oder Asien weitergegeben. So wird das Streben nach angemessener Bezahlung der Care Arbeit gleichsam über transnationale Arbeitsmärkte unterlaufen. Ich werde darauf eingehen, welche Probleme dadurch für die betroffenen Migrantinnen entstehen, und schließlich im letzten Teil verdeutlichen, dass die Bemühungen um die Herstellung von Geschlechtergleichstellung obsolet werden, wenn damit neue Ungleichheiten generiert werden. Der Vortrag endet mit einem Plädoyer für die intersektionelle Betrachtung von Geschlecht und Migration, wobei ein Analysemodell vorgestellt wird, das die Verbindung zwischen Wohlfahrtsstaat-, Geschlechter und Migrationsregimen in den Blick nimmt. |
| papers given by | |
| first name | Helma |
| last name | Lutz |
| title (before name) | Prof., Dr. |
| other | Johann-Wolfgang Goethe Universität Frankfurt a.M. |
| organiser and place | |
| organised by | GenderKompetenzZentrum |
| location of course | Humboldt-University |
| city | Berlin |
| institution / building | Humboldt Universität zu Berlin |
| room | 2103 |
| street/no. | Unter den Linden 6, Hauptgebäude |
| Contact | |
| name | Dr. Karin Hildebrandt |
| hildebrandt@genderkompetenz.info | |
| categories Prof. Dr. Helma Lutz: "Weltmarkt Haushaltsarbeit - ein blinder Fleck in der Gleichstellungspolitik" | |

